5 Tipps worauf man bei der Wahl eines Anlagenberaters achten sollte

Zum 1. Juli 2026 waren laut DIHK 41.388 Finanzanlagenvermittler mit Erlaubnis nach § 34f GewO registriert – ein neuer Höchststand. Für die persönliche Vermögensentwicklung ist es nicht unerheblich, den richtigen Anlageberater auszuwählen. Mit einer kleinen Übersicht möchte ich eine Orientierungshilfe liefern:
1. Status des Beraters

Der Status des Beraters wirkt sich auf das Produktangebot, mögliche Interessenkonflikte, Unabhängigkeit und Kosten aus. Bankberater oder Vermittler, die in der Ausschließlichkeit bei Vertriebsgesellschaften tätig sind, haben eingeschränkte Auswahlmöglichkeiten im Vergleich zum Gesamtmarkt. Interessenkonflikte sind möglich, da Vorgaben und Karriereziele den Kundeninteressen vorgezogen werden könnten. Bei Vertriebsgesellschaften mit mehreren Positionshierarchien liegt der Fokus nicht selten sehr stark auf dem Produktverkauf: Unabhängig von Kunde und Ausgangssituation werden häufig dieselben Produkte platziert, meist aus einem eingeschränkten Angebot. Das betrifft nicht nur den Finanzanlagebereich, sondern in ähnlichem Maße die Versicherungsberatung.

Ungebundene, freie Anlageberater haben in der Regel eine breite Auswahl an Anlagemöglichkeiten und Strategien. Weiterhin fehlen Vorgaben „von oben“, und Karrierestufen müssen nicht erreicht werden.

2. Erfahrungen & Werte des Beraters
Berufs- und Lebenserfahrung ergänzt Fachwissen und bereichert den Wert der Beratung. Kommunizierte Werte zeigen die Philosophie und die Arbeitsweise des Beraters. Viele vorteilhaft erscheinende Produkte nützen mehr dem Vertrieb als dem Anleger. Werteorientierte Berater stellen die Interessen des Kunden in dem Vordergrund.
3. Vergütungsform des Beraters

Die Vergütungsform kann sich auf die Gesamtkosten und die Arbeitsweise der Zusammenarbeit auswirken. Es gibt die Provisionsvergütung oder die Honorarvergütung. Welche Form vorteilhafter ist, hängt unter anderem von der persönlichen Situation des Anlegers ab. Ich würde keine Vergütungsform grundsätzlich bevorzugen, sondern vielmehr die Vergütung im Kontext der Zusammenarbeit sehen.

Grundsätzlich sind die Kosten bei einer Vergütung auf Provisionsbasis in den Gesamtkosten eines Produktes enthalten und werden zusätzlich transparent offengelegt. Ein Vorteil für den Kunden: Provisionen sind umsatzsteuerfrei. Bei einer Honorarberatung hängt die Höhe der Vergütung stark von der individuellen Vereinbarung mit dem Berater, seinem Stundensatz und dem Leistungsvolumen ab. Ein Honorar kann niedriger oder höher als eine Provision ausfallen. Auf jeden Fall kommt zum Honorar noch die gesetzliche Umsatzsteuer hinzu.

Innerhalb der Branche, insbesondere von Honorarberatern, wird Honorarberatung häufig mit „Unabhängigkeit“ in Verbindung gebracht. Ich sehe das differenzierter: Unabhängigkeit ist für mich nichts, was ich ausschließlich an die Vergütungsform binden würde, sondern vielmehr an den Status des Finanzdienstleisters – ob dieser ausschließlich an eine Vertriebsgesellschaft gebunden ist, nur über ein eingeschränktes Produktangebot verfügt und damit reiner Vermittler ist. Würde ein solcher Vermittler seine Vergütungsform auf Honorar umstellen, wäre er dadurch noch lange nicht unabhängig. (Die Tätigkeit als Honorarberater erfordert allerdings eine gesonderte Zulassung.)

4.  Ein gutes Netzwerk und Infrastruktur
Kein Berater kann alles wissen oder leisten. Ein gutes Netzwerk hilft Spezialwissen abzurufen. Das ist z.B. bei Vermögenskonzepten, Nachlassregelungen, Stiftungen etc. von Bedeutung. Hat der Berater eine eigene Infrastruktur augebaut? Es kann einen wesentlichen Unterschied machen, ob ein Berater seine Abwicklungsprozesse ausschließlich von Plattformen und Vertriebsgesellschaften nutzt, oder eine eigene Infrastruktur aufgebaut hat. Dies kann sich auf die Unabhängigkeit und die Serviceleistungen des Beraters auswirken.
5. Mehrwert des Beraters
Was kann ich vom Berater neben der Beratung noch an Leistungen/Nutzen erwarten? Dieser Punkt kann die Lebensqualität für Kunden deutlich einfacher und besser machen.
Mit dieser Orientierung kann man schon recht gut selektieren. Natürlich können noch mehr Kriterien betrachtet werden. Nicht zuletzt ist es auch eine Frage, ob der Kunde zum Berater passt und umgekehrt – das ist fast schon ein Thema für einen zusätzlichen Beitrag.
Wir beraten unsere Kunden seit 35 Jahren.
Antworten zu Ihren Geldfragen finden Sie auf unserer Website. Mehr Informationen zur Anlageberatung sind auf der Seite Finanzberatung verfügbar.

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